Ein vierbeiniger „Agent“ – etwa so groß wie ein Hund – biegt im Hochspannungsprüflabor von Trench Canada in Pickering um die Ecke. Mit ruhigen, bedächtigen Bewegungen scannt er seine Umgebung mit hochmodernen Sensoren. Doch obwohl er einem Hund ähnelt, handelt es sich bei diesem Roboter um ein hochspezialisiertes Industriegerät.
„Zeus“ ist rund um die Uhr im Einsatz und gehört zu den vier KI-gestützten Roboter-Agenten, die die Trench Group seit März 2026 in ihren Werken weltweit im Pilotbetrieb einsetzt. Jeder von ihnen hat eine eigene Spezialaufgabe und trägt zum gleichen übergeordneten Ziel bei: dem raschen Ausbau der globalen Produktionskapazitäten bei gleichzeitiger Einhaltung kompromissloser Sicherheits- und Qualitätsstandards.
Vier technologische Wellen, die die Fertigungsindustrie neu gestalten
Bereits in den 1970er Jahren hielten Industrieroboter Einzug in die Fabrikhallen und übernahmen repetitive Aufgaben in kontrollierten Umgebungen – die Automobilindustrie wurde zu ihrem Symbol und zählt auch heute noch zu den wichtigsten Abnehmern neuer Industrieroboterinstallationen. In der nächsten Phase hielten digitale Technologien Einzug in die Produktion. Die Prozesse wurden intelligenter und vernetzter, doch der Mensch stand weiterhin im Mittelpunkt.
Nun schreitet die KI noch schneller voran. Der Internationale Währungsfonds IWF schätzt, dass weltweit rund 40 Prozent der Arbeitsplätze von KI bedroht sind – in den Industrieländern steigt dieser Anteil sogar auf 60 Prozent. Und schon zeichnet sich eine vierte Welle ab: KI-basierte Roboter, die lernen, sich anpassen und in komplexen Umgebungen Seite an Seite mit Menschen arbeiten.
Während Trench wächst, sorgen Roboter für Sicherheit und Qualität
Mit Projekt OLYMPUS definiert Trench seine Antwort auf die neuen exponentiellen Technologien. Benannt nach dem Berg Olymp – dem Wohnort der Götter in der griechischen Mythologie und damit Inbegriff von Exzellenz – geht es darum, KI-basierte Robotik in den weltweiten Fabriken des Unternehmens einzusetzen. Stets an der Seite der Menschen, die dort arbeiten. Das Prinzip ist klar: KI ergänzt die menschlichen Fähigkeiten, ersetzt diese aber nicht.
Bis 2030 sollen zu den heute über 3.000 Mitarbeitern des Unternehmens mehr als 1.000 weitere hinzukommen. Die Herausforderung: jeder neue Mitarbeiter, jedes neue Werk und jedes neue Produkt muss die hohen Qualitätsstandards erfüllen, für die das Unternehmen steht. Genau dafür wurden Zeus, Argus, Mentor und Hermes entwickelt. Dabei können die Roboter auch Aufgaben übernehmen, die mit körperlicher Belastung verbunden sind – schweres Heben, repetitive Bewegungen oder Arbeiten in Hochspannungsumgebungen. Ein weiterer Schritt zu einem sichereren und ergonomischeren Arbeitsplatz.